Ich bin Judith Seel.

Seit 1997 bin ich aktiv im Verkauf. Ich wollte eigentlich etwas ganz anderes. Ich habe mal Sozialwesen studiert und litt wie vermutlich alle Studenten an chronischem Geldmangel.

Immer wieder auf der Suche nach Jobs, um mich während des Studiums zu finanzieren, bin ich irgendwann in einem Sonnenstudio gelandet. Das ist einfache Arbeit. Sonnenbänke putzen, Kunden bedienen, Kaffee kochen. Dachte ich. Weit gefehlt! Hier erhielt ich meine ersten Verkaufsschulungen. Damals war es eine Coaching Agentur aus Mainz. An den Namen erinnere ich mich nicht mehr, nur noch daran, dass man in der Kundenkommunikation so viel beachten sollte und dass man dann erfolgreich wird.

Ich habs getan und war innerhalb von 8 Wochen die erfolgreichste Angestellte. Es war nur ein Sonnenstudio, aber es war ein geiles Gefühl. Erfolg! Ich war messbar die Beste. Genial!

Es war jedoch nicht mein Traum in einem Sonnenstudio alt zu werden und die Bezahlung war auch nicht der Hit und so landete ich eines Tages in einem D2 Mannesmann Shop und verkaufte Handys. Der Verdienst war um einiges besser und ich hatte nebenbei genug Zeit für das Studium, weil ich in kürzerer Zeit mehr Geld mit nach Hause brachte. Auch hier gab es wieder Verkaufsschulungen. Aber die waren schon um einiges anspruchsvoller. Verkaufspsychologie. Tolle Sache. Und wieder wurde ich in wenigen Wochen die beste Verkäuferin.

Als dann aus D2 Mannesmann die Vodafone D2 GmbH wurde, nahmen die Schulungen zu und ich hatte enorm viel Spaß am Verkauf und darin erfolgreich zu sein. Viele Trainer, viele Strategien und ich konnte diese sogar in der Praxis noch verbessern. Ich habe festgestellt, dass mir die Psychologie-Vorlesungen aus dem Studium dabei halfen, Techniken meiner Trainer zu verbessern. Mein Chef merkte das auch sehr schnell und so bekam ich irgendwann den Titel Filialleitung und war plötzlich dafür verantwortlich, dass mein Team auch erfolgreich war. Und so begann ich mein Team zu schulen und zu coachen.

Irgendwann war mir das nicht mehr genug und ich beschloß mich mit einem Vodafone Laden selbstständig zu machen. Eigene Mitarbeiter, noch mehr Trainings und noch mehr Erfolg. Ich war nicht zu bremsen. Der Vertriebsvirus hatte mich erwischt. In einem Ladengeschäft konnte mir keiner mehr was vormachen und ich bekam sie alle.

Nach einer Zeit begann das Thema Außendienst. Ich machte wieder Schulungen mit und begann das Erlernte der Praxis anzupassen. Eines habe ich ganz schnell gelernt: Viele Trainer predigen nur Theorie, aber ihnen fehlt häufig die entsprechende Praxiserfahrung. Ich wollte meine Mitarbeiter aber gerne wirklich erfolgreich machen, also mischte ich das KnowHow aus den Trainings mit der Psychologie aus dem Studium und der Praxiserfahrung. Und voilà: da war er wieder – der Erfolg!

Ich verabschiedete mich vom Sozialwesen, denn im Vertrieb hatte ich auch den Kontakt zu Menschen, konnte Psychologie anwenden, aber der Hauptpunkt war einfach: Ich war erfolgreich und verdiente Geld.

Irgendwann wurde mir das alles dennoch zu eintönig und ich wollte etwas Veränderung. Die Menschen haben sich ja auch verändert. Plötzlich fingen Kunden an nur noch auf günstige Produkte zu reagieren. Ich war aber ein Qualitätsverkaufer. Und Qualität kostet meistens mehr und passt nicht zu einer „Geiz ist Geil“-Mentalität, die sich aus einem Werbeslogan entwickelte.

Ich verließ Vodafone und ging zu einem anderen Konzern und es war nicht mal die Mobilfunkbranche. Nein, es war etwas ganz Neues und ich wollte als Branchenfremde erfolgreich sein. Es war die Dokumentenverarbeitung. Ich musste große Maschinen an große Firmen im Außendienst verkaufen. Investitionsgüter. Das war spannend. Ich konnte wirklich einen Großteil meiner Erfahrungen auch anwenden. Aber nicht alles. Ich musste feststellen, dass man hier ganz anders agieren muss. Ich entwickelte neue Konzepte und innerhalb weniger Wochen hat auch das funktioniert.

So ging es in den letzten Jahren weiter. Ich wechselte regelmäßig die Branche, um verschiedene Erfahrungen zu sammeln. Ich holte mir Erfahrungen im Online Marketing, im Recruitment und blieb im IT Vertrieb stecken. Ich lernte in britischen Konzernen britische Techniken und veränderte diese für den deutschen Markt. Das gleiche mit amerikanischen Unternehmen. Ich bekam Trainings und Coachings und musste andere Mitarbeiter ausbilden, trainieren und coachen. Ob Innen- oder Außendienst, ob Cold Calling mit harten KPIs oder Account Management und Upselling und Cross Selling.

IT Vertrieb. Das war was ganz anderes. Es gibt hier plötzlich Abhängigkeiten, die mir vorher noch nie über den Weg gelaufen sind.

Bisher war es so: ein Produkt oder eine Dienstleistung, die ich verkauft habe, hat meinen Kunden immer einen bestimmten Nutzen gebracht:

  1. Sie sparten Zeit oder Geld oder beides oder
  2. Ich lieferte Ihnen das Produkt, das ihnen die meiste Freude bereitete und so das Leben viel angenehmer gestaltete, weil es den Unterhaltungsfaktor vervielfachte.

Aber plötzlich war ich in einer anderen Welt. Das Produkt oder die Dienstleistung konnte soviel Zeit und soviel Geld sparen wie es oder sie wollte, wenn es nicht zu den übrigen, bereits vorhandenen Systemen passt, dann kauft es keiner. Ich habe Wochen, ja sogar Monate gebraucht, um das zu verstehen. Und ich habe auch hier gelernt, meine Techniken anzupassen.

Irgendwann bin ich dann als Sales Manager bei der Unternehmensberatung Monien gelandet und habe hier die Vertriebsleitung und auch die Vertriebsberatung übernommen. Und es macht mir einen riesigen Spaß zu sehen, wie nicht nur ich, sondern auch andere durch mich erfolgreich sind und werden.

Dafür bedarf es nicht viel:

TRAINING oder COACHING, Ehrgeiz und das VERKÄUFER-GEN.

Den Spaß am Erfolg. Es ist ein Gefühl. Ein Gefühl, das süchtig machen kann. Das Gefühl, wenn man gerade einen wichtigen Deal reinbekommen hat. Den letzten Abschluss vielleicht, um sein Ziel zu erreichen. Ein Chaka-Gefühl. Und im Kopf hat man einen Gedanken:

ICH bin erfolgreich! ICH BIN SALES!